Vegan bashing

Letztens war schon wieder so ein unsäglicher Artikel in der Welt. Ein Beitrag eines sehr verbitterten Omnivoren. Ja, es ist Axel Springer Presse – was erwartet man da, und ich will auch nicht näher drauf eingehen. Vegan bashing ist das neue Hobby der interlektuellen Omnivore.

Omnivore stellen sich oft vor, dass maskierte Veggies in die Fleischerei,in der sie grade ihr Rumpsteak kaufen wollen, eindringen und alle potenziellen Käufer anspucken und mit Karotten bewerfen. Dazu noch ein vermummter Typ mit Ghetto-Blaster, der Meat is Murder von The Smith in Dauerschleife spielt.

Schweiß gebadet wachen sie aus diesem Albtraum auf und können zwischen Realität und Traum nicht mehr unterscheiden.

Viel mehr erlebe ich alle paar Wochen so richtig lustige Menschen, die durch die Tür in meinen veganen Laden rufen: ey, haste Schnitzel? – haha, sehr lustig. Letztens hat jemand an die Tür geschmiert: Ich liebe Fleisch!

Ja, mmh, es sind aber die bösen Veggies, die einem ihren Lebensstil aufdrängen wollen – ist ja klar. Da gibt es auch diverse Diskussionen im näheren Bekanntenkreis.

“Stört dich dass, wenn ich jetzt hier meine Curry-Wurst esse?”

“Nein, stört mich nicht.”

“Oh, das finde ich voll toll von dir, dass du so liberal bist. Also die meisten sind ja nicht so.”

“Wieviele Veggies kennst du denn?”

“Ja … mmmh…nur dich.”

Äh – ja.

Lustig sind auch dann teilweise die Reaktionen von Omnivoren beim gemeinsamen Einkaufen, wenn man ihnen sagt, dass die geliebten Oreos, Nimm2 oder Manner Schnitten von Haus aus vegan sind. Was echt? öh, nee, dann will ich die grad nicht.Hab da jetzt so gar keinen Appetit mehr drauf. Und den Artikel wieder verschämt in das Regal zurück stellen, als sei ihnen ein Döner mit Gammelfleisch untergekommen.

Ich verstehe dieses vegan bashing nicht – meine Theorie ist ja, dass Omnivore eigentlich wissen, dass für ihr “oh es schmeckt aber sooooo lecker und ich will nicht verzichten” ein Tier gequält und gemordet wurde und daher sofort ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn man nur sagt: ich bin veggie. – Bei manchen geht es so weit, dass sofort ein Aufschrei der Entrüstung kommt: Jaaaahaaa, du willst mir da was aufdrängen! – zu dieser Kategorie gehört wahrscheinlich der Autor des oben genannten Artikels.

Dann werden einem diverse (absurde) Argumente für den Konsum von Fleisch aufgezählt:

- wenn wir die nicht essen, würden die uns essen!

- das war schon immer so!

- Ich esse nur Fleisch von glücklichen Tieren.

Dazu hat Karen Duve passen gesagt: Es gibt kein Fleisch von glücklichen Tieren – nur von Toten! Dafür gab es diesen Jahres einen ganz, ganz, ganz dummen Artikel von Elisabeth Raether mit noch mehr dummen Argumentationen. Ich bin dafür, dass die gute Frau mal selbst ein Tier fängt und schlachtet und ihm dabei direkt ins Auge schaut – um zu begreifen, dass Tiere Schmerz empfinden haben.

Was ich eigentlich sagen will ist: Liebe Omnivore, lasst mich doch einfach nicht essen, was ich nicht will – das lasse ich euch doch auch!

Berlin – mon amour

Sich jeden Tag neu in seine Stadt zu verlieben ist nicht immer einfach – besonders, wenn es sich um Berlin handelt. Das alte Waschweib kann doch sehr grantig und häßlich sein – so ist das mit der alten Liebe.

Doch dann, wenn man mit vollem Kopf und in Minimaus Shorts zur Arbeit fährt, die Ampel nicht mehr schafft und ziemlich lange warten muss, hat man plötzlich einen Berlin-Moment. Das Licht perfekt, die Luft warm und der Straßenmusikant schaut einem tief in die Augen und fängt an zu singen:

 

 

Berlin, ick liebe Dir!

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Mädchenmusik

 
Sunday is gloomy, my hours are slumberless
Dearest the shadows I live with are numberless
Little white flowers will never awaken you
Not where the black coach of sorrow has taken you
Angels have no thought of ever returning you
Would they be angry if I thought of joining you?

 

 

 

Der Sonntag endet, wenn ich schlafen gehe…

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