„I would rather be ashes than dust! I would rather that my spark should burn out in a brilliant blaze than it should be stifled by dry-rot. I would rather be a superb meteor, every atom of me in magnificent glow, than a sleepy and permanent planet. The proper function of man is to live, not to exist. I shall not waste my days in trying to prolong them. I shall use my time.“ – Jack London

 

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Berlin ist die Einsamkeit

Du bist mir so fremd im Sonnenschein. Wenn deine Straßen überflutet sind mit all den Menschen, den Protagonisten, den Prokastinateuren, den Stylomaten und Möchte-gern-Berlin-Erfindern. Es bewegt sich eine homogene Armee auf deinen Strassen, gestylt in schwarz, bewaffnet mit Unattraktivität. Sie sind fröhlich, sie sind unterkühlt, sie sprechen englisch. Längst ist es normal, seinen Kaffee nicht auf deutsch zu bestellen. Touristen flippen aus an Hand der Internationality – meine Oma gehört nicht mehr hier her. Die Berliner Strassen, auf denen ich meine ersten Schritte als Kind machte, auf denen ich mit meinem ersten Fahrrad herumfuhr, liegen ganz tief unter den Sonnenstrahlen, dem dicken Staub und Fußgetrampel von tausend Touristen.  Nie fühle ich mich einsamer, als bei Sonnenschein auf Berlins Strassen. Fühle mich unsichtbar, will unsichtbar sein. Alle Menschen um mich rum, sind so weit weg. Ich kann sie nicht berühren, ich kann nicht mit ihnen reden.

„In deiner Stadt leben über drei Millionen
Und du bist heute Nacht unterwegs
Um zu schauen ob unter diesen drei Millionen
Jemand ist der dich versteht“*

Sie können mich trotzdem sehen, wenn sie wollen. Wundern sich vielleicht. Ich bin allein unter 3 Millionen.

„Liebe suchen
Jemand suchen
Alles abgesucht und niemand gesehen

Wach bleiben, bitte nicht schlafen
Jemand muss da sein
Der dich versteht“*

Das einsame Gefühl der Überbevölkerung legt sich erst, wenn sich die Sonne hinter schweren Wolken versteckt. Wenn die anderen depressiv werden und sich nach drinnen flüchten, wenn es apokalyptisch kübelweise regnet und sich die Straßen leeren. Wenn man nicht normal ist, weil man den Regen liebt und das Spazieren unter verhangenen Wolken und dicken Tropfen. Ganz allein und nur mit sich.

*Bosse/ 3 Millionen

Ein Traum

Manchmal lohnt es sich, den Blick nicht zu heben. Nicht nur, weil man nicht in die überallwährenden Hinterlassenschaften von Mensch und Hund tritt, sondern auch, weil man manchmal findet, was man sich schon immer erhofft. Ein leichter Geschmack von Rosamunde Pilcher haucht jetzt dieser Satz hinterher im Abgang, wenn ich sage: Ih habe ein Gedicht gefunden. Ein Liebesgedicht.

 

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Doch

Ich bin wieder da. War kurz weg. Weg aus der Insel Berlin. Ich hab Waldluft geatmet, Regen getrunken, dem Gras beim Wachsen zu gehört – und es war schön. Zurück in Berlin wird klar, dass die romantische Häßlichkeit, meine Geliebte, durch unattraktiven Brutalismus ersetzt wurde. Nicht über Nacht, sondern in den letzten Jahren. Meine Augen weinen bei immer mehr Hausklötzchen and Klötzchen, bei dem immer schlimmeren Kleiderkammerlook seiner Zugezogenen, die sich gegen Etikette der Gesellschaft auflehnen, in der sie nie gelebt haben. Warum nicht mal was schönes machen. Selber schön sein. Nicht alles so egal und laissez-faire dass es weh tut.

Ich seufze und ziehe mein Rollkoffer hinter mir her und hoffe, keiner hält mich für einen Tourist.

Vielleicht

Ich weiss nicht, was es wird und wie lange es dauert. Vielleicht it es in einem Wimpernschlag wieder vorbei. Vielleicht in ein paar tagen, vielleicht nie mehr.

Schatten der Vergangenheit kamen und ich habe aufgehört aufzuhören. Vielleicht wieder anfangen, vielleicht kann man das was man ist nicht immer unterdrücken. Vielleicht ist es das, was immer in einem schlummert. Man hat es nur beschwert und versenkt. Man hat aufgehört sich selbst zu sein, weil man gemerkt hat, dass es keinen interessiert. Man hat sich dran gewöhnt, abgeflachte Gespräche zu führen. Nicht mehr in die Tiefe zu gehen, weil niemand mit dir tauchen will. Alle siond fasziniert von der Fassade und wollen sie aufrecht erhalten. Um jeden Preis. Noch etwas mehr und polieren, aber nichts von sich selbst Preis geben. Nie in die Tiefe gehen, man könnte sich verlieren und treiben lassen.

Wie sehr habe ich dich vermisst, wie sehr habe ich dich aus meinem Gedächtnis gelöscht, mein Schatten der Vergangenheit. Wie sehr hab ich mein Herz verschlossen und meinen Kopf. Jedem nur noch die Stirn geboten und mein Innerstes erkalten lassen. Dabei kann man nie verleugnen, wer man war und ist. Es schlummert tief in einem und war nie ganz weg. Man ist und bleibt ein Träumer, hoffnungslos romantisch. Man liebt und ist immer noch verliebt. Hat nie aufgehört diese Stadt zu lieben.

Ich will tauchen in die tiefsten Tiefen und mich treiben lassen in Gedaken und Diskussionen. Geist ist geil und ich will dir wieder schreiben. Tausende Liebesbriefe.