#refugeecamp

Stell dir vor es ist Krieg und niemand interessiert es. Stell dir vor, du siehst deine Freunde sterben, als du einer Demonstration für den Frieden bist. Stell dir vor, sie haben herausgefunden, dass du dabei warst, wo du wohnst und wer du bist. Stell dir vor, sie kommen nachts und holen dich und deinen Vater, vergewaltigen deine Mutter und deine Schwester. Stell dir vor, du siehst, wie dein Vater gefoltert wird, wie sie ihm die Fingernägel abziehen, ihm Gliedmaßen abtrennen. Du hörst seine Schreie und wirst sie nie vergessen. Dann foltern sie dich, bis zur Bewußtlosigkeit. Und alles nur, weil sie dich als Gefahr ansehen, oder ihre Macht ausspielen wollen – weil Menschen zu Monstern werden, wenn sie keine Moral mehr kennen.

Irgendwann wirst du frei gelassen, genauso ohne Grund, wie sie dich mitgenommen haben. Du schaffst es zu fliehen. In ein demokratisches Land. Du bist traumatisiert, allein, hast dein Land und deine Familie verlassen und das einzige was dir bleibt, ist dein Leben. Doch atmen, essen, trinken und leben reicht nicht allein um Mensch zu sein. Man ist da, in Sicherheit und lebt in einer Glasglocke ohne Teil einer Gesellschaft zu sein. Vogelfrei – ohne Perspektive. Ohne etwas tun zu können. Man ist nicht Mensch hier – man ist nur Geduldeter.

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