Das Gefühl nichts zu vermissen

Letztens überkam mich die Erinnerung an ein Gefühl, dass ich als innere Freiheit beschreiben kann. Eine Freiheit, die es so nicht mehr gibt. Es ist das Gefühl, aus dem Haus zu gehen und nichts zu vermissen.

Verlasse ich heute das Haus, dann ist mein ständiger Wegbegleiter, neben Geldbörse und Hausschlüssel, mein Handy. Natürlich kann man sagen, ich solle mich einfach lösen und mein Handy – meine ständige Verfügbarkeit – zu Hause lassen. Doch trotzdem geistert dann immer in mir das unbehagliche Gefühl: was, wenn etwas passiert?

So habe ich einmal das Handy beiseite gelegt, weil die Arbeit mich im Urlaub ständig hat erreichen wollen und dann ist das Lieblingsleihkind schwer gestürzt und musste ins Krankenhaus. Freundin verzweifelt und ich nicht erreichbar, weil ich mir eine Pause beschaffen wollte.

Seitdem bleibt das Handy dabei, egal was ist. Immerhin habe ich nun eine Arbeit, die nicht ständig anruft. Das hat sich verbessert. Seitdem es Handys gibt, bzw. seit dem ich eines besitze ist diese jungfräuliche Leichtigkeit aus dem Haus zu gehen und nichts zu vermissen verschwunden. Besonders seit dem Smartphonealter, in dem man überall und zu jeglicher Zeit Informationen abrufen kann. Die größten Kathastrophen für uns Wohlstandsverwahrlosten sind kein Empfang zu haben und wenn ein isländischer Vulkan die Reiseplanung durcheinander bringt.

„We are a generation of idiots, smartphones and dump peoples.“

Und da spricht der Post in The San Francisco Globe mir so wirklich aus dem Herzen. Besonders, wenn ich im Lieblingscafé sitze und beobachte, wie Eltern ihre Kinder vor dem IPad parken um ihre Ruhe zu haben. Was haben meine Eltern für eine Energie aufgewendet und sich mit mir auseinander zu setzen und mir beigebracht mich selbst zu beschäftigen.

 

Und ich frage mich, ob es bald eine Bewegung gibt, die das Mobil sein ablehnt, während ich diesen Post im Social Media teilen werde.

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