Leaving Berlin

Der Sommer in Berlin neigt sich dem Ende zu. Angenehme Temperaturen – nennen viele das – es fehlt die müde von Hitze geschwängerte Luft, die sich noch bis abends zwischen den Häuserschluchten hält. Wenn Sommer in Berlin ist, ist alles egal. Der Verstand ist gezuckert. Doch jetzt, mit sinken der Temperaturen, wird er wieder klar. My heart is leaving und ich fühle mich allein gelassen, weil so viele dieses Jahr und davor gegangen sind.

Sie kehren mir und Berlin den Rücken, weil sie eine neue Zukunft möchten. Sie gehen einen Schritt weiter, einen Schritt. Ich bleibe zurück. In mir ist ein leicht gekränktes Gefühl des Verlassen werdens, egoistisch, dabei muss man es zur Seite stoßen, es gehört sich nicht. Die andere Seite freut sich für sie, für jeden neuen Job, für jedes Zusammenziehen, für jede Wohnung die neu bewohnt wird, für jede Familie die gegründet wird.

In mir halt die Unverständnis, das eigene Nicht-in-Frage-kommen diese Stadt wegen eines Mannes oder eines neuen Jobs zu verlassen. Dazu ist die Liebe zu groß und die Zuflucht aus den Klauen der Mit-den-Fingern-auf-einen-zeigen wegen eines beschädigten Lebens. Ich könnte es nicht, zuviel Angst vor Kleingärten und Kleinkariertheit, vor Langeweile ohne KaDeWe. Ich bleibe und komme zu Besuch – Friendships move on.

Für meine geliebten Freundinnen.

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6 Gedanken zu “Leaving Berlin

  1. Das Gefühl kenn ich zu gut; war allein gestern auf zwei Abschiedsparties von sehr guten Freunden. Beide suchen nach neuen Inhalten. Berlin gehört dabei nicht dazu. Das geschieht immer wieder in Wellen – so, wie wenn man einen prallgefüllten Luftballon schnalzen und fliegen lässt… Als Phase kenn ich’s aber auch, dieses Nachdenken: Wie lange tut das gut, soll das so bleiben, was passiert, wenn — ? Aber wohin denn dann? Eben.

    • dann würde ich sagen, am Ende bleiben die Besten übrig ^^
      Aber mal im Ernst, schon allein die Partyszene in Berlin, da gibt es nichts vergleichbares, auch wenn viele jetzt sagen: du bist 33, bald wirst du aufhören fortzugehen…ähm..nee, glaube ich nicht. Ich bin des Weggehens nicht müde.

      • Klar, natürliche Selektierung. 😀
        Und ja, (ohja), die Partyszene, die Kunstszene, das ‚Arm & Sexy‘-Prinzip, das dem Szene-Establishment anderer Städte (wie bspw. München) die Zunge rausstreckt. Nie so schöne Sonnenaufgänge gesehen wie in der Panoramabar, und als Alternative gibt es immer noch die Pause zwischen dem Tanzen. Freiheit eben, das ist Berlin. Wer will das schon aufgeben?

      • genau und wenn man dann an andere In-Städte denkt, wie New York oder Chicago, wo die Clubs zwischen 2:00 und 5:00 Uhr morgens schließen…no way

      • Von den europäischen Städten mal ganz zu schweigen, wo die Clubs dann zumachen, wenn allein bloß die Bars hier öffnen. Von der Infrastruktur mal ganz zu schweigen. Ich lass es echt nur die Liebe noch als Grund gelten, die Stadt verlassen zu müssen.

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