Mode kann man kaufen – Stil muss man haben

rote schuhe

Streife ich durch die Berliner Einkaufszentren, so tue ich das in letzter Zeit nur um mich zu gruseln. Die Tristesse der Deutschen Shopping Malls ist legendär. Es reiht sich H&M an Zara, Zara an Mango, Mango an Pimkie, Pimkie an Orsey, Orsey an Street One, etc pp.

Überall hängen die gleichen Klamotten nur mit unterschiedlichen Preistags. Die Farben sind Schlamm, Grau, Schwarz und wenn Farbe, dann nur Neon. Des Weiteren scheinen Schnitte nur noch für Zahnstocher genährt zu sein, oder Designer scheuen sich um Kurven rum zu nähen. Oft kann man Männerabteilung und Frauenabteilung nur noch darin unterscheiden, dass es in einer der beiden die Größe XL gibt.

Der Deutsche Modemarkt ist so langweilig wie noch nie. Super Skinny Jeans folgen auf Skinny Jeans, Coralle löst Marine ab…es ist jedes Jahr das Gleiche.

Mode ist nicht mehr Ausdruck des Individuums und der Persönlichkeit, sondern ein Massenphänomen. Peinlich sind die Berufsjugendlichen, die mit Anfang 30 oder Mitte 40 immer noch Neon Tees mit Prints  oder Zirkusjacken tragen und die goldene Moderegel mißachten: ziehe dich deinem Alter und deinem Körpergewicht entsprechend an.

Besonders allergisch reagiere ich auf die typische Deutsche Phrase: Mode muß praktisch sein. Berufsbekleidung darf praktisch sein, aber wir reden hier doch von Mode. Und die sollte nicht primär praktisch, oder lustig sein – sondern einen gut kleiden. Die Zeit brachte 2004 einen wunderbaren Artikel über das Deutsche Modebewußtsein.

Dabei kann Mode so viel Spass machen, Akzente setzen, die Laune widerspiegeln. Sie ermöglich einem jeden Tag ein anderer Mensch zu sein, egal ob man Kleidergröße 34 oder 54 trägt.

advanced style

Sofort verliebt habe ich mich daher in das Blogprojekt Advanced Style. Ari Seth Cohen potraitiert New Yorkerinnen, die dem Standard der Modeindustrie so gar nicht entsprechen.

Und ich muss sagen, ich habe noch nie so viel Esprit in einem Modeblog gesehen. Kein „I-am-so-cool-I-even-have-no-Emotions-anymore“-Posing, sondern Glamour, Authentizität und Dynamik. Man sieht den Damen so sehr an, wie wohl sie sich fühlen, welche Möglichkeiten ihr Styling bietet sich auszudrücken. Wir können so so viel von ihnen lernen und wenn ich einmal so alt bin, will ich nicht anders sein!

Besonders verliebt bin ich jetzt schon in Ilona Royce Smithkin.

LOVE it!

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3 Gedanken zu “Mode kann man kaufen – Stil muss man haben

  1. … ich interessiere mich überhaupt nicht für Mode und habe null Ahnung, aber als ich die Seite von Master Cohen vor paar Monden gefunden habe, war ich aus dem Häuschen… es gibt sogar auch was für Herren…

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