Monsanto – mit Vollgas in die Apokalypse

Selbst ein Quadratmeter Natur ist so kompliziert und wunderschön geschaffen worden, dass es sich der Mensch nicht anmaßen darf, jemals das Wissen zu haben, so ein Kunstwerk übertreffen zu können.
Sollte er jedoch die Notwendigkeit haben, dieses zerstören zu müssen, muss er sich sehr genau überlegen, ob er die Berechtigung dazu hat und was er an dieser Stelle dafür hin setzt. Ansonsten soll er es besser so lassen, wie es ist.

Ein Tal, ein Berghang, ein Gehölz. Rühre nichts an, keinen Stein, hörst du! Zerstöre nichts, keinen Grashalm, keinen Baum.

Lass die Sandkörner an ihrem Platz und die Berge. Alles hat seinen Geist. Was willst du verändern, was könntest du besser machen? Ganz von selbst erhebt sich Abendwind und schließt die Blüten.

Bevor man die Welt verändert, wäre es vielleicht wichtiger,
sie nicht zugrunde zu richten. ~ Paul Claudel (1868 – 1955)

Paul Claudel spricht wahre Worte, die nichts an Aktualität verloren haben, als am Samstag, 25. Mai 2013 weltweit gegen den Saatgut-Riesen Monsanto protestiert haben. Ebenso bezeichnent ist es jedoch auch für die mediale Berichtserstattung, dass dieses Ereignis bei den großen Vertretern der Presse keinerlei Anklang gefunden hat. Weder die Öffentlich Rechtlichen Fernsehanstalten, noch die Privaten, weder Die Zeit, noch Die Welt, der Tagesspiegel, Die Morgenpost oder die BILD berichten etwas über die Demonstrationen. Der Fußball hat alles verdrängt. Hätten am 28. Juli 1914 und am 1. September 1939 wichtige Fußballspiele statt gefunden – Deutschland wäre an diesen Tagen nicht in den Krieg gezogen.

Lediglich Spiegel Online kommentiert mit einem dünnen Artikel das Geschehen und die Taz berichtet etwas ausführlicher von der Demonstration am Neptunsbrunnen.

Ken Jebsen war live dabei für KenFM und hält eine eindrucksvolle Rede – nicht nur über Monsanto, sondern auch gegen das gesamte Konzept, dass den Gesunden Menschenverstand unterwandert, Konsumverhalten fördert und uns zu unmündigen Bürgern macht.

Die Demonstration gegen Monsanto ist keine Veranstaltung für Hippies auf Ökotripp, sondern ein Kampf gegen einen übermächtigen und korrupten Konzern, der extrem unverantwortlich und gegen jeden Menschenverstand arbeitet.

Doch wer ist Monsanto? Monsantos Hauptgeschäft bestand lange Zeit darin chemische Pflanzen- und Insektengifte zu produzieren. Im Vietnamkrieg produzierte das Unternehmen Agent Orange für die US Truppen. Agent Orange ist ein Entlaubungsmittel, dass 1965 erstmals bei der Operation Ranch Hand eingesetzt wurde um den Truppen des Vietcongs im dichten Dschungel ihre Tarnung zu nehmen und ihre Nahrungsversorgung zu zerstören.

Noch heute hat der Einsatz von Agent Orange fatale Auswirkungen auf die Vietnamnesische Bevölkerung. Das Internationale Rote Kreuz verfasste 2002 dazu einen Bericht mit folgender Aussage:

Millions of Vietnamese people were exposed to Agent Orange during the war. The Vietnamese Red Cross says local studies have shown that as many as a million people now have disabilities or other health problems associated with Agent Orange – approximately 100,000 of them being disabled children.

Every year, particularly in the areas heavily sprayed with Agent Orange, thousands of children are born with illnesses and birth deformities, some of them very severe, while thousands of adults develop cancer or other health problems, according to the VNRC.

Eine Firma also, die eine Massenvernichtungswaffe herstellte, etablierte sich auf einem weiteren Geschäftsfeld: der Herstellung von transgenem Saatgut.

Monsanto selbst sieht sich hierbei in der Rolle des Welternährers:

Our vision for sustainable agriculture strives to meet the needs of a growing population, to protect and preserve this planet we all call home, and to help improve lives everywhere. In 2008 Monsanto made a commitment to sustainable agriculture – pledging to produce more, conserve more, and improve farmers’ lives by 2030.

Die Langzeitfolgen von transgenem Saatgut sind noch nicht erforscht. 1998 stellte Dr. Arpad Pusztai bei einer Fütterungsstudie von genmanipulierten Kartoffeln an Ratten eine schwächung des Immunsystems und Veränderungen an den Inneren Organen fest. Auf die Veröffentlichung seiner Feststellung erfolgte seine Entlassung. Er konnte übrigens nur zu dem Ergebnis kommen, da er das Experiment länger als vorgeschrieben durchführte. Auch heute noch werden Tests nur an ausgewachsenen Ratten vorgenommen, wie sich das Transgene Saatgut auf Organismen in der Entwicklungsphase auswirkt ist nicht bekannt. So kann es z.B. zu Beeinträchtigungen bei der Ausbildung des Immunsystems, der Inneren Organe und des Endokrinen Systems (Hormonsystems) bei Kindern kommen, das z.B. zu Unfruchtbarkeit führen kann.

Als Folge dessen könnte man denken, dass der verantwortungsvolle Bauer sicherlich nicht das Saatgut mit verändertem Genmaterial wählt, sondern auf altbewährtes zurück greift. Doch auch darauf ist Monsanto vorbereitet. Denn den größtmöglichen Profit erreicht man mit einer Monopolstellung am Markt und die Manager von Monsanto sind sehr gierig.

Sie unterwandern den Markt indem sie sich die Politik als Marionette bedienen. So fordert die EU eine „Vereinheitlichung des Saatguts“ und nur noch zugelassenes Saatgut soll auf europäischen Boden gedeihen – dahinter steckt Monsanto, denn das Gesetz wird so ausgelegt, dass nur ihre genveränderten Pflanzen die Richtlinien erfüllen. Und der Konzern kann dann Lizenzgebühren für seine Produkte verlangen, da er ein sogenanntes Patentrecht auf Tomaten, Kartoffeln und Mais besitzt.

Die Folgen für uns werden sein:

– Monokultur und Aussterben alter heimischen Pflanzenarten

Saatgut von Monsanto ist wesentlich teurer als das Bisherige. So begingen in Indien bis dato 270.000 Bauern Selbstmord, da sie die Lizenzgebühren nicht mehr bezahlen konnten. Das öffentliche Saatgut kostete fünf Rupien pro Kilo, das Gensaatgut von Monsanto nun 4000 Rupien.

– Bauern dürfen kein Saatgut einbehalten um es neu auszusähen, sondern müssen immer wieder neues Kaufen.

– Gesundheitliche Folgen für Mensch und Tier sind bis jetzt nicht absehbar.

Deutschland hat bis jetzt die Agrarreform aus Brüssel abgelehnt. Wer jetzt denkt er sei noch sicher von Monsanto, der wird leider enttäuscht.

Monsanto stellt in anderem Länder Gen-Soja und Gen-Mais her (welches nicht auf den Tellern von Veganern landet, wie viele Fleischesser vermuten), sondern in den Trogen von Nutztieren zur Milch- und Fleischherstellung.

Gesundheitliche Folgen sind auch hier wieder nicht erforscht. Es ist nicht auszuschließen ist, dass genmanipulierte Nahrung zu Krebs führen kann. In den letzten 30 Jahren sind in Deutschland die Krebserkrankungen um 25% gestiegen. An erster Stelle für Krebs als Todesursache stehen Karzinome im Verdauungstrakt.

Deshalb auf die Straße gehen! Für unser Recht auf ein gesundes Leben!

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2 Gedanken zu “Monsanto – mit Vollgas in die Apokalypse

  1. Wenn ich mir überlege, was es neben Monsanto noch alles an „ungesunden“ Großkonzernen um uns herum gibt, die versuchen, unser individuelles Leben zu manipulieren, müssten wir eigentlich permanent auf der Straße sein. 😦
    Leider sperrt die Gier nach Profit den GESUNDEN Menschenverstand aus – bis wir alle krank sind. Oder kriegen wir doch noch vorher die Kurve??

    • der friedvollste Protest und auch vielleicht der Mächtigste wäre hierbei sein Kaufverhalten zu überdenken und direkt beim Lokalen Herrsteller (Bauer) oder nur noch Bio zu kaufen. Also weg von den großen Marken, hin zu den kleinen, denn wenn der Profit fehlt, schmerzt das den Großen am meisten.

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