Foodsharing – Lebensmittel fairteilen

Heute leben wir gemeinsam mit 7 Milliarden Menschen (…) auf der Erde. Jeder siebte von uns leidet an Unterernährung und gleichzeitig leiden über eine Milliarde Menschen an Überernährung, also Übergewicht. Weltweit produzieren wir Nahrung für mehr als 14 Milliarden Menschen. Leider landet ein Großteil davon im Müll bzw. in Hallen der Massentierhaltung, denn über 50 Prozent des weltweiten Getreides und über 90 Prozen der globalen Sojaproduktion verwenden wir, um Tiere zu mästen. Unser Überfluss ist so groß, dass wir mit allen verschwendeten Lebensmitteln über 6 Milliarden Menschen vegan ernähren könnten. Laut der Vereinten Nationen (UN) wird weltweit über ein Drittel aller Lebensmittel verschwendet, in Europa und anderen Extremüberflussgesellschaften wandert sogar weit mehr als die Hälfte aufgrund von Misswirtschaft in der Tonne (…) ~ Raphael Fellmer „Forward the (R)evolution“

In Deutschland ist es nicht verboten Lebensmittel wegzuwerfen, aber es ist verboten eben diese Lebensmittel wieder aus dem Müll zu holen. Das Lebensmittel ist immer noch Eigentum der Supermarktkette, auch wenn es nicht mehr verkauft wird.

Lidl in Schweden ließ 2008 weggeworfene Lebensmittel mit chemischen Reinigungsmitteln übergiessen, damit diese nicht von Obdachlosen aus dem Müll geklaubt werden und verzehrt werden konnten.

Obdachlose, die eine warme Mahlzeit zu sich nehmen möchten, müssen diese – zwar – gegen einen geringen Obolus bezahlen. Aber es ist schwer, sich ein paar Euros zu erbetteln, wenn der einzige Freund, den man noch hat, der Alkohol ist.

Es ist einfach zu sagen: dann soll er doch dies und jenes, wenn man nicht selbst jemals in so eine Lage geraten ist. Niemand wird freiwillig obdachlos und Alkoholiker.

Dann gibt es noch die Tafeln, die sich aber in exponierter Lage sehen und ihrer Zielgruppe keine abgelaufenen aus Supermärkten oder übriggebliebene Lebensmittel von Büffets aus Restaurants und Hotels anbieten. Sie haben die moralische Idee, Bedürftigen ihre Ehre wieder zu geben, indem sie ihnen keine Lebensmittel anbieten, die andere nicht mehr möchten. Auf der einen Seite sehr löblich, auf der anderen Seite tut dies aber nichts gegen die maßenhafte Verschwendung der Lebensmittel.

Zur Zeit arbeite ich in einem veganen Café. Alles was dort nicht mehr verkauft werden kann, dürfen wir Mitarbeiter mitnehmen. An manchen Tagen ist es mal mehr, mal weniger. Letztens saß ich nach der Arbeit in der Bahn und ein Straßenfeger – Verkäufer kam vorbei. Welche Freude und Dankbarkeit mir entgegenschlug, als ich ihm etwas zu essen schenkte. Am nächsten Tag tat ich das Gleiche. Dieses Wochenende wieder und ich habe wirklich ein schönes und befreiendes Gefühl, wenn ich etwas verteilen und jemanden helfen kann. Fairteilen sozusagen.

Durch eine Dokumentation über Raphael Fellmer bin ich auf das Projekt Foodsharing gestossen. Quasi das im großen Stil, was ich mache. Lebensmittel, die weggeworfen werden sollen an andere fairteilen.

Es ist so einfach etwas zu tun. Wir müssen weg vom ICH und wieder mehr zum WIR.

Nach langer Zeit wieder Eure

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3 Gedanken zu “Foodsharing – Lebensmittel fairteilen

  1. Guter Beitrag. Ich plane eine Aktion zum Thema Containern, weil der Überfluss auf der einen, der Mangel auf der anderen Seite nicht (mehr) hinnehmbar sind.
    Es ist gut, wenn möglichst viele Menschen darauf aufmerksam machen. Vor allem Menschen, die nicht von Armut betroffen sind. Essen an Bedürftige abzugeben ist ein Akt der Solidarität.
    Schön, dass du das machst 🙂

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