Single in the City: Teil IX

herz

Wenn man das, was ich gleich aufschreibe und ihr gleich zu lesen bekommt jemanden erzählt, der würde die Hände über den Kopf zusammen schlagen und uns wahrscheinlich einweisen, aber so ist es und so ist es geschehen.

Gestern stand Suse bei mir in der Küche und sagte ganz trocken, fast feierlich als sie sich eine Zigarette anzündete: „Ich hab mich jetzt damit abgefunden, dass ich sowieso keinen mehr finde.“

„Ja, geht mir genauso,“ sage ich und lächle sie an.

Ich weiß ganz genau, was ihr sagen wollt. Ihr würdet jetzt sagen: Ach quatsch, du hast bis jetzt halt nicht den richtigen gefunden…nagnagnag…aber ich glaube, in Berlin jemanden zu finden mit dem man eine Beziehung möchte und das dann auch noch auf Gegenseitigkeit trifft, ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

Berlin ist also würde man in einer Großraumdisko leben oder einem Freizeitpark. Überall Jubel, Trubel, Heiterkeit – überall Spass und Unverbindlichkeit. An jeder Ecke neue Verlockungen und Versuchungen, da will man sich wahrscheinlich nicht auf etwas verbindliches einlassen. Ist es dann Zeit den Club zu verlassen, erblickt man die trockene Wirklichkeit und will nur noch nach Hause. Verkatert stellt man est, dass das das Leben hier so unbeständig ist. Habe ich meinen Job noch in einem halben Jahr? Kann ich mir meine Wohnung noch in einem Jahr leisten? Ist das hier der neue In-Club, oder schon ganz lang nicht mehr?

Man lebt in einem Zirkus, dass man immer eine neue Superlative finden muss. Es reicht nicht mehr zu Daten, dates sind heute wie ein Casting, wie eine Bewerbung für einen neuen Job. Und beim Daten muss etwas passieren – es muss Funken sprühen und ein Feuerwerk geben. Da, als der Grund für ein zweites Date war, dass man sich beim ersten Date recht gut verstanden hat, bekommt man heute eine Absage:

„Es hat leider nicht gefunkt. Es besteht kein weiteres Interesse. Wir wünschen weiterhin noch viel Erfolg auf der weiteren Suche! Mit freundlichen Grüßen…“

Vielleicht ist der Grund, dass wir an zu viel Superlativen gewöhnt sind, dass der Unterschnitt wieder gefragt ist. Früher suchte man nach etwas außergewöhnlichen, heute nach etwas konservativen. Vielleicht ist das der Grund, warum der Ex meiner Freundin sie und das Baby für eine Schreckschraube verlassen hat, die letztens für die Oma des Kindes gehalten wurde. Vielleicht ist das der Grund, warum die tollsten Frauen und Männer immer die schrecklichsten Partner haben?

Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, das Suchen nicht die Lösung ist!

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6 Gedanken zu “Single in the City: Teil IX

  1. Pingback: Results for week beginning 2012-12-31 | Iron Blogger Berlin

    • Ja, ich mag auch lieber klare Ansagen und nicht immer dieses unverbindliche Warmhalten. Geht gar nicht. Wenn man nur eine Affaire haben will, dann kann man das genauso sagen, dann macht man sich nicht unnötig hoffnung.

  2. Hmmm, schwieriges Thema.
    Ich glaube ganz fest daran das es für jeden irgendwo da draussen (mindestens) einen Anderen gibt der passt ‚wie A*** auf Eimer‘.
    Nur nicht den Mut verlieren und immer schön neugierig bleiben!

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