Weiter so oder aussteigen?

Denke ich an die Zukunft, so wird mir ganz weh ums Herz. Es geht dabei nicht nur um meine eigene, sondern auch um die unseres Planeten. Zwar wird die mir die Aussage Es ist 5 vor 12 seit meiner Grundschule fast minütlich wiederholt, doch stehen wir nun an der Schwelle zwischen reiner Profitgier und Vernunft. Wir haben die Möglichkeiten alternative Energien zu nutzen, keinen Raubbau mehr am Regenwald zu betreiben und den CO2 Ausstoß zu verringern, doch allzu mächtige Konzerne, die nur Gewinnmaximierung im Sinn haben, gehen über Leichen, auch wenn es dann bald die ihrer eigenen Kinder sein werden.
Politik ist in diesem Fall nur der Hampelmann im korrupten System und fügt sich oder diktiert dem Volk Mülltrennung bis zum bitteren Ende, während die größten Länder der Welt noch nicht einmal Wert auf vernünftige Isolierung setzen.
Auch die Arbeitswelt nimmt wieder apokalyptische Umstände an, wie in Brechts Die heilige Johanna der Schlachthöfe. Oft habe ich das Gefühl, der normale Tonus ist, dass der Mensch, der Untergebene, chronisch zum Schmarotzer erklärt wird, sei es vom Arbeitgeber – für den man eh immer zu wenig arbeitet -, sei es von der GEZ und GEMA – für die man permanent Datenklau betreibt -, oder für die Politiker – für die wir arbeitsfaules Schmarotzerpack sind.
Die Wertigkeit für Leben und Natur hat rapide abgenommen im Zeitalter des Turbokapitalismus und der angeblichen Krise, von der wieder einige wenige profitieren, während der kleine Mann die Sünde der Großen ausbaden darf.

Das ist nicht mehr gerecht, das ist nicht so, wie ich Leben will. Und so habe ich öfters die Gedanken, ganz aus diesem System auszubrechen und eine alternative Lebensform zu finden. Dass man wirklich das erschafft und erwirtschaftet, von dem man wirklich lebt, weit weg von vermeidlich trostspendenem Konsum und Kommerz.
In Berlin gibt es noch einige alternative Lebensprojekte in Form von freien Kommunen und Wagenburgen.
Ich denke immer öfter über solch eine Alternative nach, ob es wirklich was für mich wäre. Wahrscheinlich ehr nicht in Berlin, sondern woanders. Vielleicht traue ich mich auch wirklich mal diesen Schritt zu tun, denn dass sich sonst irgendwann etwas ändert, dass glaube ich kaum noch.
So-ist-das-Grüße
Miez

Ein Gedanke zu “Weiter so oder aussteigen?

  1. Aussteigen – an sich ja ein verlockender Gedanken. Aber damit den Profiteuren und Marionettenspielern das Feld kampflos überlassen? Wenn sich nichts ändert, dann wird's auch im Exil irgendwann unbequem. Wobei so ein Bauernhof in Schottland durchaus auch seinen Reiz hätte, aber ohne Widerstand hat auch das keine Zukunft.

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