Talking – my Generation

Es muss Weihnachten 1998 gewesen sein, als mich meine Freundin anrief und darüber klagte, dass sie ein Handy geschenkt bekommen hatte. Sie sei doch nun wirklich kein Handytyp, was sich wohl ihre Eltern dabei gedacht hatten. Das war noch die Zeit als das Handy ein nerviges Accessoire für ober Prolls war, die selbiges in einem kleinen, häßlichen Täschchen am Gürtel trugen. Handys gingen gar nicht.
Kurze Zeit später bekam auch ich eins. Alle bestaunten das kleine Nikon, was heute so monströs aussieht, aber damals so unglaublich kompakt war, da man es nicht ausklappen und keine Antenne rausziehen musste.
Es gab noch keine Real- oder MP3-Klingeltöne, nur diese nervigen Pfiepstöne (ich hatte Samba Whistle) und der Renner war Snake, der Endloswurm, der durch fressen eines Pixels immer länger und schneller wurde. Das Nokia war eigentlich unkaputtbar. Man konnte es im Klo versenken, auf dem Autodach liegen lassen, scharf vor einem Hasen bremsen…das Handy erschlug Hasen und einen Krater in den Asphalt – ging aber immer noch. Das schafft heutzutage kein Handy mehr.
Das musste ich dann auch bei meinem geliebten N-Gage feststellen. Das war so toll und ich hab Lara Croft immer nur im ersten Level geschafft. Man hatte zwar ein Dumboohr beim telefonieren, aber der renner war, dass man sich tolle Klingeltöne aus dem Internet runterladen konnte. War bei mir natürlich Captain Future. Mehr ansprüche hatte ich auch an ein Handy nie. Klingelton, SMS und telefonieren. Vom Internet war noch gar keine Rede. Ich hatte doch zu Hause erst mein grünes 56k-Modem abgeschafft.
Dann folgte eine ziemlich triste Handyzeit. Die Dinger wurden immer kleiner, aber viel veränderte sich nicht. Bis plötzlich das MotoRazr kam, was plötzlich alle hatten. Ich weigerte mich, weil ich ja nie gern habe, was alle haben und weil ich eben Nokia immer gern mochte. Außerdem war ich ja immer noch bei der Telekotz und konnte mir ja manchmal, wenn ich dran dachte und den Weg in den Laden fand, ab und zu ein neues fades Handy aussuchen. So, warum mehr also als einen Euro ausgeben…
Und dann kam es: Das I-Phone mit einem Vertrag bei AT&T..damals habe ich noch in Chicago gelebt…und findige Hacker kaperten dann irgendwann das Schlauephone und gaben einen Cheat/Link/was-auch-immer raus, um es auch für andere Anbieter freizugeben. Die Ära der Smartphones began und so dauerte es auch nur noch knapp 4 Jahre, bis ich dann auch eins hatte. Aber davor kündigte ich nach über 10 Jahren meinen Vertrag bei der Telekotz, denn proportional zur langen Mitgliedschaft wurden auch die Rechnungen immer länger. Nun also wieder neues Handy, diesmal in schlau und neue Nummer. Überfordert bin ich mit dem „Tatsch“-screen und auch das mit den Klingeltönen ist nicht unbedingt einfacher geworden. Nunja, mit verlusten muss man rechnen.
App-mich-am-Arsch-Grüße
Miez

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s