Was willst Du von mir?

„Ich habe Heimweh, so ein Heimweh
Schreib mir Briefe aus der großen Hauptstadt
Ich will zurücksehen, zu dir zurückgehen
Wo der Himmel noch Sterne hat

Doch keine Antwort, auf meine Fragen
Sag irgendetwas, ich kann es nicht ertragen
Ich bin so weit weg und doch so nah bei dir, fühl mich so zerfetzt
Berlin, was willst du von mir?“

Madsen- Berlin, was willst Du von mir
Es ist so lange her, daß ich geschrieben habe. Einen Monat nicht geschrieben. Einen Monat von 10 Wochen in der ich in der Klinik war um mich zu stabilisieren. Ich war am Wannsee und es hat etwas gedauert, bis ich die Ruhe zu schätzen wußte, die Stille, die Ruhe und die Beständigkeit. Und kam ich dann kurz nach Hause um die Katzen zu versorgen und fuhr durch das bunte Kreuzberg, dann war die Stadt wieder so anders, so bunt, schrill, verrückt und ungebändigt.
Ich fing es an zu genießen, wenn die Türen des Krankenhauses hinter mir schloßen, die heile Welt auf mich wirken zu lassen. Wie wunderbar und trotzdem ist es auch wunderbar wieder zu Hause zu sein.
Die Klinik war keine Kur, sie war rau, taff und schien mich manchmal zu verschlingen. Hinzu kam die Doppelbelastung: Renovieren zu Hause und Umräumen. Ich habe jetzt einen Mitbewohner und auch sonst sind alte Lebensstrukturen aufgelöst.
Ich stehe immer noch sehr fassungs- und hilflos da, denke ich an mein altes Leben, daß sosehr vorbei ist und dass am 13. Oktober 2008 der Anfang vom Ende begonnen hat. Der Tag, an dem ich meinen ersten Arbeitstag in Deutschland nach meiner Zeit in Chicago hatte.
Daß diese Krise so alles zerstört hat: Beziehung, Leben, mein Erspartes…es ist immer noch unfassbar. Nichts ist mehr, wie es einmal war. Ich stehe da vor so einer hohen Mauer der Fassungslosigkeit die mir immer wieder die Realität wie ein Faustschlag entgegen hält.Es ist diese Krise die mir den Glanz aus den Augen genommen hat, diemich an allem Zweifeln läßt und mir den Glauben vorenthält, dass es das Leben auch mal gut mit mir meint  und da ist noch so unendlich viel, woran ich arbeiten muß. 
Ich muß mein Vertrauen in die Arbeit wiederfinden, schon allein das Wort bringt bei mir so eine Panik zu stande, diese Angst wieder gemobbt zu werden ist immer noch enorm, daß mein Magen sofort zu schmerzen beginnt. Mein Vertrauen in die Liebe, weil Männer viel zu oft Gewalt in mein Leben gebracht haben. Meine Selbstzerstörung unter Kontrolle und mein verstörtes Verhältnis zu mir und meinem Körper in Ordnung zu bringen.
Dieses ständige Aufrappeln und wieder aufstehen erschöpft, aber ich kann nicht anders als immer wieder weiter oben zu schwimmen. Und ich hab einfach so Sehnsucht nach einer kleinen heilen Welt, nach einem Ort, an dem man nachts die Sterne sehen kann.
Re-Hi-Grüße
Miez

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